<<< Tagebuchübersicht
vor 27. Dezember – 03. Februar 2005 (22)
zurück 29. September – 04. November 2004 (20)
 
Tagebuch vom 03. Dezember - 21. Dezember (21)
 
Freitag, den 3. Dezember 2004
Begegnungen   Eine Reihe Tage kein Wasser in der Stadt. Bei uns wenigstens hatten wir Wassertanks voll, so dass wir versorgt waren.

Hinter uns liegen Wochen mit vielen Besuchern, v.a. Mitmissionare. Viele Begegnungen, Gespräche am Rande oder im Stress, Tränen und Freude, Unterhaltungen hier auf der Missionsstation oder in der Stadt oder am Strand.
Foto: Begegnungen mit Missionaren  
Durch die Hilfe von Euch, unseren Freunden und Gemeinden, konnten wir in dieser ersten Zeit unseren Platz hier ausfüllen.
     
     
Überflutete Strassen   Freitag, den 3. Dezember 2004
Unerwartete tropische Regengüsse haben die Strassen in Sturzbäche verwandelt. Das ist das Tragische hier:

Entweder totale Trockenheit oder  Überschwemmung.
Foto: Strasse nach tropischem Regen...    
Susan fährt Fahrrad   Einstellungsgespräche für einen neuen Gärtner haben wir diese Woche abgeschlossen. Der neue Gärtner kommt aus Songea und verbreitet eine gute Atmosphäre.

Susan hat Fahrradfahren gelernt. Auf dem Fahrrad ihrer Kusine Julie
Foto: Susan kann jetzt radeln!    
 
 
Montag, den 13. Dezember 2004
Heute brannten Prozessor, Motherboard und Netzteil des Hauptcomputers durch. Bei der hohen Luftfeuchtigkeit hier kein Wunder.
Abends eine unserer Missionarinnen zum Flughafen gebracht, die in Heimataufenthalt geht. Daressalaam bei Nacht. Das heisst auch, dass Strassenkinder an den Ampeln betteln und fragen. Versuche sie auch heute an eine Strassenkinderarbeit zu vermitteln, die wir kennen und gebe ihnen eine der Erdnusstüten, die ich nun für sie immer im Auto habe. Die Jüngsten scheinen 10-12 Jahre alt zu sein.
 
 
Dienstag, den 14. Dezember 2004
Speisesaal für Angestellte   Die Batterie für unseren Diesel-Generator war komplett leer, so dass wir bei einem Stromausfall nichts machen konnten ausser ihn mit einem Überbrückungskabel und Auto anzulassen.
Die neue Hütte, die als "Speisesaal" für unsere Angestellten dient, ist wieder aufgebaut. Sie war durch schweren Regen im Oktober eingestürzt.
Foto: Aufbau der Hütte als Esszimmer für die Angestellten.  
 
 
Mittwoch, den 15. Dezember 2004
Den Tag im Hafen verbracht mit meiner Kollegin und unserem einheimischen Mitarbeiter. Container für unsere Arbeit waren im Zoll zu begutachten. Dies ist immer ein spannendes Unterfangen und es ist nicht selbstverständlich, dass alles reibungslos läuft. Mit etwas Sonnenbrand und "durchgestandenen" Beinen kamen wir am Ende des Tages an.
     
     
Donnerstag, den 16.Dezember 2004
Grosser Lkw der Mission   Bei verschiedenen Behörden gewesen und Dinge erledigt. Aber auch "Frohe Weihnachten" gewünscht. Ist hier eine gute Art, Verbundenheit zu zeigen und Kontakte zu pflegen.

Der Besucherdurchlauf auf  der Station erreicht ein neues Rekordhoch: Im Hof stehen sieben Autos und ein grosser LKW der Mission.
Foto: Unser Missions-Lkw mit Kühlerschaden  
 
Das “Gewusel“ gefällt uns, ist das, wo wir gebraucht werden. Wenn es nur nicht so häufig wäre. Denn es kostet Kraft,  Nerven und offene Ohren und ist als Familie herausfordernd.

Meine Gedanken gehen dann manchmal nach Rastatt, St.Georgen, Euskirchen und London und ich bin froh, mich daran erinnern zu können, dass wir von den Gemeinden dort in diese Arbeit gesandt wurden und nicht aus eigenen Stücken hier sind.
 
 
Freitag, den 17. Dezember 2004
Christine`s Geburtstag konnten wir mit einigen Mitmissionaren bei einem leckeren Frühstück in einem Restaurant feiern.
Funkstation   Die Funkstation unserer Missionsstation hatte einen Batterieschaden, so dass wir ein paar Sachen austauschen mussten. Das Funken ist zu vielen Mitmissionaren im Süden Tansanias die einzige Verbindung
Foto: Die Funkantenne auf unserem Dach
 
 
Samstag, den 18. Dezember 2004
Die Hautinfektionen gehen immer noch weiter bei uns allen. Drei von Vier von uns sind auf Antibiotika. Scheint irgendwas auf dem Gelände oder bei den Tieren zu sein.
Zumindest eingedämmt sind sie äusserlich. Ansonsten sind die Kids fröhlich und düsen durch die Gegend... .
     
     
Sonntag, den 19. Dezember 2004
Gegen Morgen steht der alte arme Mann wie so oft sonntags vor der Tür und bettelt  Essen. Wir unterhalten uns und er bekommt eine Kleinigkeit zu essen. Ich rede und bete mit ihm. Dann geht er seiner Wege. Für mich ist das keine Routine, nur, weil wir eine Missionsstation sind. Manchmal scheint er zu stören und fast ist es manches Mal so, dass ich zu solchen Menschen nicht gehen will, wenn ich im Stress bin. Doch denke ich dann: "Was würde ich machen, wenn Jesus vor der Tür stände?" Und: "Werden wir vielleicht einmal nicht auch danach beurteilt werden, wie barmherzig wir waren?"
     
     
Montag, den 20. Dezember 2004
Heute kam um 21.00 Uhr meine Mutter am Daressalaamer Flughafen an. Wiedersehensfreude. Sie kommt, um meinen Vater zu unterstützen, der ja hier für sechs Monate ein Bauprojekt betreut. Ausserdem kommt ein "Missionarskind" (so klein ist es gar nicht...) an, das zu seinen Eltern zu Besuch fährt. Sie macht die schulische Fortbildung in Deutschland.
 
 
Dienstag, den 21. Dezember 2004
Die Temperatur geht gegen 37 Grad über Tag und es ist sehr schwühl. Manchmal scheint sich das Denken zu verlangsamen durch das ständige Geschwitze.
Weihnachten 2004   Ein kurzer tropischer Regenguss lässt das Leben hier zur Sauna werden. Kurz vor Weihnachten und die Kerzen schmelzen schier.

Ein "Missions-Tannenbaum", wie wir ihn nennen, haben wir aufgestellt. Es ist ein "Auf-Klapp-Baum", den wir nun schmücken.
Foto: Weihnachten mit Plastikbaum  
Die letzten drei Monate waren eine intensive Einlebe-Zeit hier in Daressalaam und vielleicht schwieriger, als ich dachte, auch oder gerade, was das Sprachliche angeht.
Dankbar sind wir für die Geduld unserer Mitmissionarin hier auf der Station beim Einarbeiten.

Verzeiht meine Lethargie, was dieses Homepage-Tagebuch angeht. Sie war auch durch die Hitze bedingt und ich bin nicht selten abends am PC eingeschlafen, weil es so drückend war. Nach 22.00 Uhr habe ich früher oft Website-Einträge geschrieben.
Das ist hier durch das Klima problematischer und muss sich erst einspielen. Manchmal komme ich auch erst später vom Flughafen.

Wir danken Euch für Eure Unterstützung, die wir gerade, wenn wir uns länger nicht melden, sehr brauchen.

Allen Freunden wünschen wir nun ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Jahresanfang 2005.
<<< Nach oben
 
Homepage der Familie Müller http://www.mueller-infos.de
E-Mail: post@mueller-infos.de